Savona für einen halben Tag: ein Spaziergang mit Aperitivo und Restauranttipps. Dieser Spaziergang führt in etwa vier bis fünf Stunden von der Fortezza del Priamar durch die Altstadt mit Via Pia, Dom und Cappella Sistina über die Piazza Mameli und die Torretta bis zur Vecchia Darsena. Ideal ist der Start gegen 15.30 Uhr, damit Sie um 18 Uhr die traditionellen Glockenschläge auf der Piazza Mameli erleben und anschließend den Abend beim Aperitivo am Hafen ausklingen lassen können.
Savona gehört zu den Städten Liguriens, an denen viele erst einmal vorbeifahren. Wer an der Riviera unterwegs ist, denkt eher an Finale Ligure, Noli, Alassio oder an die bekannten Küstenorte rund um Genua. Savona selbst bleibt oft ein bisschen im Hintergrund, vielleicht auch deshalb, weil die Stadt auf den ersten Blick weniger gefällig wirkt als ihre berühmteren Nachbarn. Gerade das macht sie für mich interessant.
Savona ist keine Stadt, die sich auf den ersten Metern komplett erklärt. Sie ist Hafenstadt, Verwaltungszentrum, Einkaufsstadt und Wohnort zugleich. Zwischen mittelalterlichen Gassen, großzügigen Plätzen, alten Palazzi, Hafenanlagen und dem Meer entdeckt man nach und nach ein sehr authentisches Stück Ligurien. Wer sich ein paar Stunden Zeit nimmt, merkt schnell, dass Savona weit mehr ist als nur ein Ort, den man auf der Autobahn in Richtung Genua passiert.
Für einen ersten Besuch gefällt mir der späte Nachmittag besonders gut. Dann ist die größte Hitze vorbei, die Stadt wird lebendiger, die Einheimischen kommen aus den Büros und Geschäften, und am Hafen beginnt langsam die Zeit für einen Aperitivo. Gleichzeitig lässt sich der Rundgang wunderbar so planen, dass man um 18 Uhr auf der Piazza Mameli ist, bevor der Tag später in der Darsena und bei einem guten Abendessen ausklingt.
Start an der Fortezza del Priamar 
Am besten beginnt man den Rundgang an der Fortezza del Priamar. Direkt in der Nähe gibt es mehrere Parkmöglichkeiten, darunter den offenen Parkplatz Priamar und das Parkhaus Dell’Arsenale. So kann man das Auto bequem abstellen und steht wenige Minuten später bereits mitten im historischen Savona.
Die Festung erhebt sich unmittelbar über dem Meer und gehört zu den wichtigsten Wahrzeichen der Stadt. Schon beim Hinaufgehen öffnet sich der Blick immer wieder über den Hafen und die Küste. Oben auf den Bastionen bekommt man außerdem ein gutes Gefühl dafür, wie Savona aufgebaut ist. Meer, Hafen, Altstadt und die neueren Stadtviertel liegen überraschend nah beieinander.
Der Priamar ist für mich ein schöner Auftakt, weil man die Stadt zunächst aus etwas Distanz betrachtet, bevor man in ihre Straßen eintaucht. Wer sich für Geschichte interessiert, kann sich natürlich auch die Museen und Ausstellungsräume ansehen. Für diesen Rundgang würde ich mir vor allem Zeit für die Anlage selbst nehmen, ein wenig über die Mauern schlendern und die Aussicht genießen

Von der Festung in die Altstadt
Vom Priamar geht es anschließend hinunter in Richtung historisches Zentrum. Innerhalb weniger Minuten verändert sich die Atmosphäre. Die weiten Flächen rund um die Festung werden enger, die Häuser rücken näher zusammen, und man gelangt in ein Geflecht aus Gassen, Durchgängen und kleinen Plätzen.
Ein guter Orientierungspunkt ist die Torre del Brandale, auch Campanassa genannt. Sie gehört zu den alten Wahrzeichen Savonas und erinnert daran, wie bedeutend die Stadt im Mittelalter als Hafen und Handelsplatz war. Von hier aus ist es nicht weit bis zur Via Pia, einer der Straßen, die ich bei diesem Spaziergang besonders mag.
Via Pia und das alte Savona
Die Via Pia gehört zu den Straßen, durch die man am besten langsam geht. Wer nur auf den Boden oder in die Schaufenster schaut, verpasst die Hälfte. Viele Fassaden erzählen von einer Zeit, in der Savona wirtschaftlich und politisch deutlich bedeutender war, als man heute vielleicht vermuten würde.
Es lohnt sich, auf Portale, Fensterrahmen und Innenhöfe zu achten und zwischendurch auch einmal in eine Seitenstraße abzubiegen. Gerade diese kleinen Abweichungen vom direkten Weg machen einen Stadtspaziergang oft interessant.
In diesem Teil der Altstadt liegen auch Piazza della Maddalena und Piazza Chabrol. Für mich ist das eine gute Gegend für eine erste kleine Pause. Ein Espresso, ein Gelato oder einfach ein paar Minuten an einem Tisch draußen passen hier besser als ein straffer Zeitplan. Savona erschließt sich nicht unbedingt über einzelne spektakuläre Sehenswürdigkeiten, sondern über die Mischung aus Alltag, Geschichte und diesen kleinen Beobachtungen unterwegs.
Dom und Cappella Sistina
Von der Via Pia führt der Weg weiter zur Cattedrale di Nostra Signora Assunta. Wer hineingeht, sollte sich das hölzerne Chorgestühl hinter dem Hauptaltar anschauen. Direkt in der Nähe befindet sich dann eine der interessantesten Überraschungen der Stadt, die Cappella Sistina di Savona.
Der Name ist tatsächlich mit der berühmten Sixtinischen Kapelle in Rom verbunden. Papst Sixtus IV. ließ die Kapelle in Savona im 15. Jahrhundert als Grabkapelle für seine Eltern errichten. Dass es in Savona eine eigene Cappella Sistina gibt, wissen viele Besucher vorher gar nicht.
Die Kapelle wirkt deutlich kleiner und intimer als ihr weltberühmtes Gegenstück in Rom, hat aber gerade dadurch ihren besonderen Reiz. Zusammen mit dem Dom und den angrenzenden kirchlichen Gebäuden entsteht hier ein sehr geschlossenes historisches Ensemble.
Wer auch die Stanze dei Papi sehen möchte, sollte sich vorher über Öffnungszeiten und Führungen informieren, denn sie sind nicht jederzeit zugänglich.
Weiter Richtung Piazza Mameli
Nach dem Dom würde ich den Weg über Piazza Sisto IV und Corso Italia fortsetzen. Hier verändert sich das Stadtbild erneut. Die engen mittelalterlichen Gassen gehen in breitere Straßen und größere Plätze über, und Savona zeigt eine etwas elegantere, städtischere Seite.
Wenn man vorher noch keine Pause gemacht hat, ist jetzt ein guter Moment für einen Kaffee oder ein Gelato. Wichtig ist nur, die Zeit ein wenig im Blick zu behalten, denn gegen 18 Uhr sollte man auf der Piazza Mameli angekommen sein.
18 Uhr auf der Piazza Mameli
Die Piazza Mameli gehört für mich unbedingt zu diesem Spaziergang, denn jeden Tag um 18 Uhr erklingen am Monumento ai Caduti 21 Glockenschläge zum Gedenken an die Gefallenen der Kriege.
Viele Savoneser kennen diesen Moment seit ihrer Kindheit. Für Besucher ist es interessant zu erleben, wie selbstverständlich diese Tradition zum Alltag der Stadt gehört. Die Atmosphäre auf dem Platz verändert sich für einige Minuten spürbar, und gerade weil dieser Moment nicht eigens für Touristen inszeniert wird, bleibt er oft besonders in Erinnerung.
Ich würde deshalb einige Minuten vor 18 Uhr dort sein und mir einfach einen Platz am Rand suchen.
Über Via Paleocapa zur Torretta
Von der Piazza Mameli geht es anschließend weiter über die Via Paleocapa in Richtung Meer. Die Straße gehört zu den wichtigsten Achsen Savonas, und am Ende taucht schon bald die Torre Leon Pancaldo auf, von den Einheimischen meist einfach Torretta genannt.
Der kleine Turm ist eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt und steht direkt am Hafen. An dieser Stelle spürt man sehr schön den Übergang von der Innenstadt zum Meer. Hinter einem liegen die Straßen und Plätze, vor einem öffnen sich Hafenbecken, Boote und die Darsena.
Gerade gegen Abend bekommt die Gegend eine angenehme Leichtigkeit. Das Licht wird weicher, die Cafés füllen sich langsam, und der Spaziergang verliert ganz von selbst seinen klassischen Besichtigungscharakter.
Die Vecchia Darsena am Abend
Von der Torretta geht es weiter in die Vecchia Darsena. Für mich ist das der schönste Ort, um den Nachmittag ausklingen zu lassen.
Die Boote liegen dicht nebeneinander im Wasser, an den Tischen sitzen Einheimische und Besucher, und rund um den Hafen beginnt die typische Aperitivo Zeit. Wer mag, bestellt sich ein Glas Wein, einen Spritz oder einfach etwas Alkoholfreies und schaut eine Weile dem Treiben zu.
Savona zeigt sich hier noch einmal von einer anderen Seite. Die Stadt ist nicht nur historisch, sondern bis heute eng mit ihrem Hafen verbunden. Gerade diese Mischung aus alten Mauern, moderner Stadt und maritimer Atmosphäre macht den Reiz aus.
Zwei Tipps für das Abendessen
Wer nach dem Aperitivo gleich in der Darsena bleiben möchte, findet dort mehrere Restaurants und kann ganz spontan entscheiden. Ich würde mir tatsächlich die Karten ansehen und danach auswählen, worauf man gerade Lust hat.
Zwei Adressen möchte ich trotzdem empfehlen.
Die Osteria da Bacco ist eine gute Wahl, wenn man klassische ligurische Küche in einem charaktervollen, eher unkomplizierten Ambiente sucht. Sie passt sehr gut zu diesem Spaziergang, weil man den Tag dort angenehm und ohne viel Inszenierung ausklingen lassen kann.
Eine zweite Möglichkeit ist das Magna cum Laude in der Piazzetta del Vescovado nahe dem Dom. Das Restaurant ist klein, persönlich und liegt etwas ruhiger. Monica und Pier, die das Lokal führen, kenne ich seit vielen Jahren. Wenn Gäste von Maremonti dort essen möchten, kann ich gern vorher Bescheid geben.
Wie viel Zeit sollte man einplanen?
Für diesen Rundgang würde ich ungefähr vier bis fünf Stunden rechnen. Wer gegen 15.30 Uhr am Priamar startet, kann ohne Eile durch die Altstadt gehen, Dom und Kapelle anschauen, rechtzeitig auf der Piazza Mameli sein und danach noch genügend Zeit für Torretta, Darsena und Aperitivo einplanen.
Der Ablauf ist nur als Orientierung gedacht. Wenn man unterwegs einen schönen Laden entdeckt, länger auf einer Piazza sitzen bleibt oder spontan irgendwo einen Kaffee trinkt, ist das eher ein Gewinn als ein Problem.
Mein Fazit für Savona
Savona ist vielleicht keine Stadt, in die man sich auf den ersten Blick verliebt. Dafür lohnt es sich, ihr ein wenig Zeit zu geben.
Je länger man durch die Straßen läuft, desto interessanter wird die Mischung aus Geschichte und Alltag. Man sieht elegante Fassaden neben ganz normalen Wohnhäusern, alte Türme neben modernen Hafenanlagen und begegnet überall dem Ligurien, das nicht ausschließlich für Besucher inszeniert ist.
Vielleicht liegt genau darin der besondere Charme.
Ein Nachmittag in Savona fühlt sich weniger nach Pflichtprogramm an als nach einem kleinen Einblick in das Leben einer ligurischen Stadt. Und wenn man am Abend in der Darsena sitzt, die Boote im Wasser liegen und langsam die Lichter angehen, versteht man ziemlich gut, warum es sich lohnt, hier nicht einfach vorbeizufahren.
Hier finden Sie Meine Route in Google-Maps